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Fundberichte aus dem Pfälzerwald, der Vorderpfalz und Nordost-Ungarn

  • 29. April 2020: Ergänzung zur "getauchten Ware" (beiger Scherben, kieselgemagert mit schokoladen-, mittel- oder violettbrauner, matter, seidenmatter bis glänzender Lehmglasur) in: Uwe Gross. Mittelalterliche Keramik zwischen Neckarmündung und Schwäbischer Alb. Bemerkungen zur räumlichen Entwicklung und zeitlichen Gliederung. Stuttgart 1991. S. 68f, 200f. Außer den dort genannten Fundplätzen sind folgende pfälzische Orte mit getauchter Ware bekannt:
    • Affolterloch: 2 WS gerippt, 1 rädchenverziert, vor 1349!
    • Affenstein (Wüstung bei Waldsee): 1 WS gerippt
    • Frankenstein: 1 Becherfuß, 1 WS mit rädchenverzierter Rippe. von dort auch zwei Varianten: Typ 1: hartgebrannter, roter Scherben mit innen und außen dunkelbrauner, nicht geschmolzener Engobe. 1 Becherfuß. Typ 2: weißer, sandiger, grob kieselgemagerter Scherben mit hellbrauner Lehmglasur. 1 WS, gerieft.
    • Hohenfels: 1 WS, gerieft, 1 RS Ausguß einer Kanne, vor 1351!
    • Limburg a. d. Haardt: 1 RS
    • Burgruine Spangenberg: 1 WS, wohl von einer Feldflasche
    • Schifferstadt: Becherfüße halbgetaucht
    • Stauf: 1 RS, Becher mit Zylinderhals, gerieft (Heimatmuseum Schifferstadt)
    • Wildenstein: 1 WS
    • Wilenstein: Henkelbruchstück

  • 23. Juni 2012: Klingenbruchstück aus Kieselgestein (weiß- bis hornfarben, leicht durchscheinend) mit Bulbus, eine Kante retouchiert. Höhe: 27 mm, Breite: 25 mm. gefunden in Gacsály (Ungarn). vergleichbare Stücke gibt es im Alt-Swiderien (13.000 bis 12.000 v. Chr.).


  • 14. Juni 2012: Ergänzung zur "manganvioletten Ware"  (Scherben dichtgesintert, dunkel- bis schwarzgrau, grob gemagert mit weißen Kieseln und basaltartigem Gestein, Anflugglasur matt bis seidenmatt dunkelviolett) in: Uwe Gross. Mittelalterliche Keramik zwischen Neckarmündung und Schwäbischer Alb. Bemerkungen zur räumlichen Entwicklung und zeitlichen Gliederung. Stuttgart 1991. S. 69ff, 201. Außer den dort genannten Fundplätzen sind folgende pfälzische Orte mit manganvioletter Ware bekannt:




    • Dudenhofen: 1 WS
    • Hohenecken: 1 WS, gerieft, 1 Henkelbruchstück
    • Limburg a. d. Haardt: 1 WS, gerieft
    • Neu-Bolanden: 1 WS, gerieft
    • Nonnenfels: 1 Leistenrand
    • Schifferstadt: Trichterrand eines birnförmigen Bechers, Ausgußrandstück, Wellenfuß
    • Speyer: Becher, Kannen und Krüge im Historischen Museum
    • Wiligartaburg: Randstück eines Urnenbechers


  • 12. Juni 2012: Ergänzung zu Andrea Zeeb-Lanz. Erste Ackerbauern in der Pfalz - Bilanz des Forschungsstandes zur pfälzischen Linienbandkeramik in: Mitteilungen des historischen Vereins der Pfalz. Band 104. Speyer 2006.
    • S. 13: Nach Zeeb-Lanz "setzt die Besiedlung [in der Pfalz] erst mit der Phase Flomborn ein". In Schifferstadt wurde eine Scherbe gefunden, die mit Muschel oder Schneckenschalen gemagert ist (Heimatmuseum Schifferstadt, Fundmeldung M67, 2005/1, Fdst.-Nr. 92), organische Magerung ist zwar ein Kennzeichen ältester Bandkeramik, allerdings kommen Schneckenschalen im dortigen Ton natürlich vor.
    • Abb. 19. Schifferstadt ist noch nicht kartiert (Heimatmuseum Schifferstadt, Fundmeldung M39, 2004/3 und 2005/1, Fdst.-Nr. 68). Es liegen Scherben der älteren und mittleren Bandkeramik vor!


  • 13. Mai 2012: ca. 50 Meter vor dem Abschnittswall auf dem Kittenberg bei Gleisweiler liegen fächerförmig angeordnete Steinreihen mit dazwischenliegenden Gräben, die in einem Abstand von ungefähr 1/2 Meter parallel zueinander verlaufen und 5 bis 10 Meter lang sind. Hierfür scheint es drei mögliche Erklärungen zu geben: Entweder handelt es sich um eine vom Forst veranlaßte Striefelung zur Anpflanzung von Jungbäumen, oder um Kartoffel- oder Gemüsebeete, die ehemals von eventuell dort oben wohnenden Zigeunern angelegt wurden. Andererseits wäre zu untersuchen, ob diese Stein-Graben-Reihen nicht auch als Annäherungshindernisse dienen konnten.


  • Juni 1978: Bruchstück einer Bodenfliese von der Wachtenburg, gefunden südwestlich des nördlichen Flankierungsturmes außerhalb der Zwingermauer im Schutt: Roter, schlecht gekneteter, aufschiefernder Ton. Oberfläche glatt. Boden sandig. Seitenkanten unterschnitten. Bis zu 3 mm tiefe Prägung. 13,5 x 3 cm. Ein Diagonalband überschneidet das andere. In den enstandenen Dreiecken stilisierte Lilie. 3. Viertel 14. Jahrhundert? (Ergänzung zu Eleonore Landgraf. Ornamentierte Bodenfliesen des Mittelalters in Süd- und Westdeutschland 1150-1550. Stuttgart 1993, Musterkatalog, L41, S. 417). Eine vollständige Fliese (Seitenkante 13,5 cm) mit dem gleichen Muster ebenfalls von der Wachtenburg befindet sich im Heimatmuseum Schifferstdt auf einer Gipstafel. Die Bodenfliese ist durch Brand gesintert und verzogen (Fehlbrand?). Eine weitere Fliese befindet sich im Heimatmuseum Bad Dürkheim. Bei Grabungen zu Ende des 19. Jahrhunderts auf  Kloster Limburg a.d. Haardt gefunden.